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Klimaschutz oder Wachstum ?

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Über Jahrzehnte konnten Wahlen mit dem Versprechen von Wachstum, Wohlstand und sozialer Gerechtigkeit gewonnen werden. Politik hatte mit dem Geld des Steuerzahlers für Frieden, Freiheit und soziale Sicherheit zu sorgen. Die Politik hat ihren Zuständigkeitsbereich von Jahr zu Jahr erweitert. Mit den Aufgaben der Politik wachsen Umverteilung und Geldbedarf, für die Bürger wächst die Steuerlast. Nun will die Politik das Weltklima retten.

Wir ahnen, dass diese Aufgabe die Politik überfordern wird. Wie sollen so gegensätzliche Ziele wie Wachstum, Klimaschutz und sozialer Ausgleich unter einen Hut gebracht werden? Niemand lässt sich gerne für dumm verkaufen. Wer uns weismachen möchte, dass die Quadratur des Kreises gelingen kann, verliert unser Vertrauen. Mogelpackungen und Etikettenschwindel schüren die Politikverdrossenheit.

Mit Klimapolitik, Energiewende und dem angekündigten Umbau der Wirtschaft sollen langfristige Umweltziele erreicht werden. Jeder kann sich ausrechnen, dass das nicht ohne Wohlstandsverluste abgehen kann. Wir sind gewohnt,  auf großem Fusse zu leben; wie könnte ein auf Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch gründender Wohlfahrtsstaat jemals klimaneutral und umweltverträglich sein?

Die Wirtschaftsweise eines Industrielandes besteht in Umwandlung von Primärenergie und Verarbeitung von Rohstoffen. Wirtschaftsleistung, Volkseinkommen und allgemeiner Lebensstandard stehen in engem Zusammenhang mit der eingesetzten Energie („Energieverbrauch“)

Deutschland wird 2019 ungefähr 437 Millionen to SKE (Steinkohleeinheiten) einsetzen, um damit ein Bruttosozialprodukt/  Volkseinkommen von ungefähr 3.400 Milliarden € zu erwirtschaften. Aus der Wirtschaftsleistung werden auch die öffentlichen Haushalte und Sozialkassen gespeist.

Deutschland deckt den Primärenergiebedarf 2019 aus folgenden Quellen:

ca. 36 % Mineralöl, 24 % Erdgas, 9 % Steinkohle, 9 % Braunkohle,        6 % Kernkraft, 15 % Erneuerbare und 1 % Rest/Sonstige.

Der Gesamtenergieverbrauch wird 2019 wegen Rückgängen im verarbeitenden Gewerbe und in energieintensiven Produktionszweigen leicht rückläufig sein. Wegen des Ausstiegs aus Kernkraft und Kohle tragen Steinkohle, Braunkohle und Kernkraft immer weniger zur Energieversorgung bei. Diese Energieträger werden aber schneller durch Mineralöl und Erdgas ersetzt als durch die sogenannten Erneuerbaren.

Der Verbrauch von Erdöl und Erdgas wächst schneller als die Energiegewinnung aus Erneuerbaren.

Der Mineralölverbrauch wächst, weil mehr Flugbenzin und leichtes Heizöl verbraucht wird. Der Heizölverbrauch steigt nicht nur wegen des Witterung, sondern vor allem wegen der wachsenden Bevölkerung.

Ausnahmslos jede Art von Energiegewinnung, jede Umwandlung einer Energieform in eine andere, ist mit Risiken, Energieverlusten und/oder unerwünschten Nebenwirkungen wie Abwärme, Emissionen oder Abfallprodukten verbunden. Jede Energieumwandlung durch menschliches Wirtschaften belastet die Umwelt. 

Der weltweite Energieverbrauch wird zu 80 % aus fossilen Quellen gedeckt (Erdöl, Erdgas, Kohle). Der Energiebedarf der wachsenden Weltbevölkerung wächst, er kann in keiner Weise aus nachhaltigen Quellen gedeckt werden. Der deutsche Prokopfverbrauch von ca. 5,3 to SKE im Jahr kann nicht aus nachhaltigen Quellen gedeckt werden.

Die deutsche Energiewende wird den Energieverbrauch nicht senken, sondern erhöhen.

Der Energieverbrauch wird nicht nur durch den Energiebedarf bestimmt, sondern auch durch die Qualität der eingesetzten Energieträger. Die Wirtschaftsweise wird nicht nachhaltiger, wenn – bei konstantem Energiebedarf – effiziente Energieträge durch weniger effiziente ersetzt werden. In Summe wird der Primärenergieverbrauch noch schneller steigen, wenn allein für die Energiegewinnung immer mehr Energie eingesetzt werden muss.

Nicht nur Digitalisierung, Elektromobilität und 5G werden den weltweiten Energieverbrauch weiter anheizen, auch die Energiewende wird mehr Energie verschlingen. Denn die Bereitstellung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern verbraucht mehr Energie als die Stromerzeugung aus Kohle oder Kernkraft.

Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben?

Aufschluß über die Effizienz verschiedener Energieformen oder Stromerzeugungstechniken gibt der sogenannte Erntefaktor oder auch EROI (Energy returned on invested). Der EROI beschreibt das Verhältnis zwischen eingesetzter und gewonnener Energie in der Energiegewinnung. Mit einem EROI von 1,6 werden bei Stromerzeugung aus Photovoltaik also 0,625 kWh investiert, um 1 kWh Leistung zu erhalten. Bei Windkraft müssen für jede erzeugte kwh 0,26 kWh eingesetzt werden (EROI 3,9), bei Verstromung von Biomasse (Mais) liegen die „Energiekosten“ bei 0,29 kWh pro erzeugter kwh.

Bei Stromerzeugung aus Erdgas beträgt der Energieeinsatz pro 1 kWh hingegen nur 0,036 kWh, bei Kohle ca. 0,033 und bei Kernkraft 0,013 kWh.

Die Stromerzeugung wird durch Umstellung auf Erneuerbare Energien nicht nachhaltiger, sondern noch klimaschädlicher.

Es steht außer Frage, dass die Natur einen sparsameren Umgang mit Energie und Ressourcen erzwingen wird, wenn wir unsere Lebensweise nicht ändern. Lebenshaltung und Energie werden auch ohne Energiewende sehr viel teurer werden. Kann es aber sinnvoll sein, den Preisanstieg durch Verschwendung und Scheinlösungen noch zu beschleunigen? Strom aus erneuerbaren Energien ist weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll. Elektromobilität wird nicht nur teuer, sondern ebenfalls umweltschädlich, nur auf andere Weise als der Verbrennungsmotor.

Energiewende und Elektromobilität fördern den Ressourcenverbrauch, statt ihn zu senken.

Unter dem Deckmantel von Klimaschutz und Nachhaltigkeit erweitert die Politik ihren Machtbereich. Sie liegt damit ganz auf der alten Wachstumslinie: Mit Wirtschaft, Verbrauch, Einkommen und Steueraufkommen wachsen auch die Staatsausgaben und die Macht der Politik.

Wachstum im Sinne von höheren Realeinkommen für alle konnte es in den alten Industrieländern geben, solange Energie immer billiger wurde. Diese Zeiten sind lange vorbei. Was wächst denn noch?

Seit langem wachsen nur noch die Einkommen derer, die von Umverteilung, politischer Macht, Geldpolitik oder verschwenderischer Wirtschaftsweise profitieren. Für den Rest der Welt aber steigen die Kosten schneller als die Einnahmen. Ungebremstes Wachstum verzeichnen nur die Weltbevölkerung, der Energieverbrauch und die Schuldenberge.

Die öffentliche Debatte gerät zu einem Glaubenskrieg zwischen wachstumsgläubigen Freihandelsverfechtern auf der einen und Klimarettern auf der anderen Seite. Die Fortschrittsgläubigen glauben an Armutsbekämpfung durch globales Wachstum, die anderen an Rettung durch saubere, „erneuerbare“ Energie und staatliche Lenkung. Beide Lager setzen auf das Prinzip Hoffnung, Naturgesetze werden ignoriert.

Das Ende des Wohlfahrtsstaates

Renten, Pensionen, Einkommen und Sozialleistungen können in gewohnter Höhe nur industriell erwirtschaftet werden. Billige Energie ist eine unabdingbare Voraussetzung. Wohlstand und Wohlfahrtsstaat werden nicht durch Protektionismus oder Landwirte gefährdet, sondern durch eine unverantwortliche Lebensweise und eine Politik, die die Folgen von Fortschritt, Wachstum und Schulden mit noch mehr Fortschritt, Wachstum und Schulden beseitigen will.

Das menschliche Streben nach Glück hat technischen Fortschritt und einen in der Menschheitsgeschichte nie dagewesenen Lebensstandard hervorgebracht. Nun holen uns die langfristigen Folgen einer maßlosen Lebensweise ein. Machbarkeitswahn und Politik werden die Entwicklung nicht aufhalten, durch Errichtung neuer Luftschlösser wird sie nur beschleunigt. Jeder Zyklus, jede Epoche geht einmal zu Ende. Je mehr Energie und Substanz noch für Strohfeuer und Scheinblüten verheizt werden, desto größer die Zerstörung.

Verantwortliche Politik hätte alles zu unterlassen, was den langfristigen Schaden für alle nur vergrößern und die Kosten für nachfolgende Generationen in die Höhe treiben wird. Verantwortliche Politik würde Europa auf schwierigere Zeiten vorbereiten und Vorsorge treffen. Alles andere ist Populismus.

Aber die Welt will betrogen sein. Wer möchte schon hören, dass der schöne Traum ein Ende haben könnte? Mit dem Mut der Verzweiflung wollen wir dem Rest der Welt beweisen, dass uns Deutschen die Quadratur des Kreises gelingen kann, dass wir ohne Emissionen, Kohle und Atomkraft sauber, glücklich und wohlhabend werden können. Mit der Überheblichkeit des deutschen Musterknaben haben unsere europäischen Nachbarn schon mehr als einmal schlechte Erfahrungen gemacht. Künftig können Sie uns einfach den Atomstrom abdrehen, wenn wir zu töricht werden.

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