Kategorien
Allgemein

Zerstrittene Bauernbewegung: Es ist zum Jammern!

image_pdfimage_print

Die jüngsten Bauernproteste haben der Öffentlichkeit das Bild einer tief gespaltenen Bauernschaft vermittelt. Am Freitag demonstriert „Land schafft Verbindung“ gegen schärfere Umweltauflagen, am Samstag demonstriert „Wir haben es satt“ für schärfere Umweltauflagen. Die einen wollen mehr gesellschaftliche Anerkennung, die anderen wollen Subventionen nur noch für Biobetriebe. In Nürnberg zeigen zwei (!) Schlepper Plakate mit eisernen Kreuzen und markigen Sprüchen. Da wollte wohl jemand besonders witzig sein und Aufmerksamkeit erregen, für die Presse ein gefundenes Fressen. Solche Bilder schaffen es in die Schlagzeilen;  zwei Volltrottel schaffen es, die ganze Innung in Verruf zu bringen.

Nicht weniger töricht die plakative Forderung, nur noch Biobetriebe zu subventionieren.  Will da ein Teil des Berufsstandes dem anderen das Wasser abgraben? Ist das solidarisch?

Eine Tragikomödie!

Für den Rest der Gesellschaft nur noch ein interessantes Spektakel mit Unterhaltungswert. Gegensätzliche Forderungen heben sich gegeneinander auf, zwei miteinander verfeindete Gruppen zerlegen sich selbst, die Bauernschaft zerfleischt sich gegenseitig. Von einem einstmals stolzen, selbstbewussten und einigen Berufsstand ist nicht mehr viel übrig, ein klägliches Bild.

Man würde den Bauern gerne helfen, aber wie, wenn sie sich nicht einmal untereinander einig sind? Wie Ertrinkende, die nach Luft schnappen und sich gegenseitig unter Wasser drücken. Denen muß das Wasser wirklich bis zum Halse stehen…

Es ist zum Fremdschämen!

Rauft Euch zusammen, sonst nimmt Euch keiner mehr ernst!

Ihr alle seid Bauern und wollt nicht von Subventionen leben, sondern von vernünftigen Erzeugerpreisen!

Ihr seid doch bereit, so zu produzieren, wie Markt und Gesellschaft es verlangen – sofern die Gesellschaft auch die entsprechenden Preise zahlt!

Mehrkosten und Standortnachteile müssen ausgeglichen werden – aber nicht durch Subventionen, sondern durch EU-Importschranken für Lebensmittel und Agrarrohstoffe. Die EU sollte alle Agrarsubventionen streichen und den Bürgern diesen Haushaltsposten in Form von Steuersenkungen erstatten. Sie kann durch Importzölle einen eigenen Haushalt finanzieren, die Mitgliedsländer könnten Kosten sparen und ihren Bürgern die Mehrwertsteuer senken!

Die unter bauernbefreiung.eu formulierten Kernforderungen bilden die marktkonforme Alternative zu Planwirtschaft, Dirigismus und Subventionspolitik. Leider fallen den Parteien keine marktwirtschaftlichen Lösungen mehr ein, deshalb müssen wir – Bauern und Bürger – der Politik auf die Sprünge helfen!