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Das Dorf braucht Freiheit

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Das Huhn gewöhnt sich an die Käfighaltung, es hat auch nie etwas anderes kennengelernt. Auch das Schwein kann sich die Welt nur als Massenbetrieb auf wenigen Quadratmetern vorstellen, wenn es nie etwas anderes sieht. Nicht anders geht es dem Menschen, der mit Großstadt, Industrie und gefüllten Futtertrögen aufwächst.

Für das Füllen des Troges hat die Obrigkeit zu sorgen – diese Vorstellung ist das Resultat lebenslanger Stall- oder Käfighaltung.  Enge und Abhängigkeit werden nicht mehr wahrgenommen, wir sind daran gewöhnt. Realität ist nur das, was wir mit unserem Tunnelblick wahrnehmen können.

Könnten wir uns nicht auch etwas ganz anderes vorstellen? Warum geben wir der Obrigkeit so viel Macht über uns? Warum können wir nicht als Dorfgemeinschaft entscheiden, ob und wo wir Windräder oder neue Gewerbegebiete in unserer Gemarkung haben wollen?

Die Selbstverwaltung der Dörfer endete in Niedersachsen mit der Gebietsreform 1972. Die Entmündigung war verbunden mit dem Versprechen einer „bürgerfreundlichen“ (hauptamtlichen!) Verwaltung und Investitionen, die ein Dorf alleine niemals hätte stemmen können. Feuerwehrhäuser und Dorfgemeinschaftshäuser entstanden, die alten Dorfwirtschaften verschwanden. Je mehr Aufgaben das Dorf abgab, desto teurer wurde die Verwaltung. Die Dörfer hatten Geld, die Gemeinden haben jetzt Schulden. Wenn das Dorf eine neue Grundschule brauchte, wurde sparsam gebaut. Wenn die Gemeinde heute ein neues Schulgebäude braucht, bekommt das billigste Angebot einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag, einheimische Firmen und Handwerker bieten schon gar nicht mehr an. Am Ende liegt die tatsächliche Bausumme dann aber um 50 % über dem ursprünglichen Angebotspreis. Wir haben uns an den Irrsinn gewöhnt, es ist ja nicht unser Geld, nicht einmal das Geld des Steuerzahlers – es sind ja „nur“ Schulden.

Die Kommunen schieben Schulden vor sich her, müssen aber immer neue Löcher stopfen – oft wurden bei den Investitionen der Vergangenheit die Folgekosten nicht bedacht! Wer verschuldet ist, braucht Einnahmen. Welche Gemeinde kann es sich noch erlauben, Gewerbegebiete, Landschaftszerstörung und Versiegelung der Landschaft abzulehnen?

Wir haben die Rundumversorgung der Käfighaltung selbst gewählt, wir haben uns an das Hamsterrad gewöhnt. Die Gewöhnung ist der größte Feind der Freiheit. Freiheit beginnt in in den Köpfen, mit den eigenen Vorstellungen. Freiheit ist möglich!

Bürgerinitiativen gegen Versiegelung und Landschaftsverbrauch:

Grünheide???

https://neb-bleibt-ok.de

https://www.lebenswertes-phillipsburg.de

https://breitwiesen.eu

https://schatzboden.org