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„Es lebe der bäuerliche Widerstand!“

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Artensterben, Klimakrise und nun auch noch Coronakrise mit einer nachfolgenden Weltwirtschaftskrise – neue Gewerbeparks und großflächige Versiegelung von Landschaft und Agrarflächen wirken vor diesem Hintergrund wie völlig aus der Zeit gefallen. Dennoch gibt es Gemeinden, die unbeirrt an Konzepten von vorvorgestern festhalten und sich von toten Pferden Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze erhoffen.

Ob solche Pläne heute überhaupt noch mehrheitsfähig wären, ließe sich nur durch eine breite öffentliche Debatte ermitteln. Hierzu geben immer wieder örtliche Bürgerinitiativen den Anstoß, wie nun in der Gemeinde Friedland in Südniedersachsen. Dort hat sich im März eine Interessengemeinschaft Acker statt Beton konstituiert, die sich dafür einsetzt, einen veralteten Flächennutzungsplan von 2004 den geänderten klimatischen Bedingungen anzupassen und auf weitere Flächenversiegelung zu verzichten.

Die Interessengemeinschaft hat eine online-Petition gestartet, die weit über Südniedersachsen hinaus Vorbildcharakter haben könnte:

Online-Petition gegen Versiegelung von Ackerflächen

Die Initiative wird getragen von einer breiten Allianz von Bauern und Bürgern. Sie hat sich das Ziel gesetzt, in der eigenen Gemeinde parteiübergreifend politische Mehrheiten für eine Änderung des Flächennutzungsplanes zu gewinnen. Der Regionalisierung von Verarbeitung und Warenströmen soll Vorrang vor großflächigen Logistikzentren gegeben werden.

Die Petition konnte nach nur zwei Tagen bereits fünfhundert Unterschriften verzeichnen. Interessant und sehr aufschlußreich sind insbesondere die Kommentare der Unterstützer, deren Lektüre den Politikern nur empfohlen werden kann.